Der Wahrheit folgen

Am 3. Dezember letzten Jahres hatte er seinen 300. Fall zu lösen: „Der Alte“, bzw. Hauptkommissar Leo Kress von der Mordkommission II beim Polizeipräsidium München.

Bei all seinen Fällen, die ja mittlerweile montags um 17.50 Uhr beim ZDF in der Wiederholung laufen, ging es dem „Alten“ immer darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Lediglich in drei Fällen sah sich der Hauptkommissar gezwungen, die Mordakten mit dem Vermerk „unaufgeklärt“ zu schließen.

Dabei agiert Leo Kress ganz anders als etwa der Tatort-Kommissar Schimansiki, eben nicht schmuddelig brutal und unausgeschlafen, sondern eher korrekt angenehm, geradezu zurückhaltend und immer irgendwie auch ein bisschen väterlich. Trotzdem bleibt er dabei dem Täter unnachgiebig auf der Spur und versucht so Licht ins Dunkel der oft beziehungsschweren Intrigen und den seltsam verknüpftesten Mordhintergründen zu bringen.

Nun geht es heute nicht um „den Alten“ aus der ZDF-Serie, sondern um den „alten“ Johannes, der seinen 2. Brief an eine uns unbekannte Gemeinde in Kleinasien schreibt, 2. Johannes Vers 1 bis 13 (Hoffnung für alle): Als verantwortlicher Ältester wende ich mich heute an eure Gemeinde und an jeden Einzelnen von euch. Ich liebe euch von ganzem Herzen; aber nicht nur ich, sondern auch alle anderen, die in Christus die Wahrheit erkannt haben, lieben euch. Diese Wahrheit verbindet uns und wird uns immer und ewig miteinander verbinden. Ich bitte für uns alle um Gnade, Erbarmen und Frieden von Gott, unserem Vater, und seinem Sohn Jesus Christus, damit wir in Gottes Wahrheit und in seiner Liebe bleiben.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich in eurer Gemeinde einige gefunden habe, die sich nach Gottes Wahrheit richten, so wie es Gottes Willen entspricht. Eure ganze Gemeinde möchte ich jetzt an das wichtigste Gebot erinnern: Wir sollen einander lieben. Ihr wisst ja, dass ich damit nichts Neues sage, sondern nur wiederhole, was Gott von Anfang an erwartet hat. Diese Liebe zeigt sich darin, dass wir nach Gottes Geboten leben. Von Anfang an ist euch das gesagt worden, damit ihr euch auch wirklich danach richtet.

Überall begegnen wir Betrügern, die in der ganzen Welt ihre Irrlehren verbreiten. Sie wollen die Menschen auf einen falschen Weg locken und behaupten, dass Jesus Christus nicht als Mensch aus Fleisch und Blut zu uns gekommen ist. Diese Betrüger sind Werkzeuge des größten Verführers aller Zeiten und des schlimmsten Feindes Christi, des Antichristen. Seht euch vor, dass ihr nicht alles verliert, was ihr durch Christus erhalten habt, sondern dass ihr von Gott den vollen Lohn für eure Arbeit erhaltet. Wer über das hinausgeht, was Christus uns gelehrt hat, der wendet sich von Gott ab. Nur wer sich an die Lehre von Christus hält, hat mit dem Sohn auch den Vater. Sollte also jemand zu euch kommen, der euch etwas anderes erzählen will, den schickt gleich wieder weg. Vermeidet jeden Kontakt mit ihm. Denn wer diese Verführer auch nur grüßt, unterstützt ihre bösen Absichten und macht sich mitschuldig.

Ich habe noch so viele Anliegen auf dem Herzen, aber die möchte ich euch lieber persönlich sagen und nicht schreiben. Ich hoffe, bald bei euch zu sein. Dann können wir alles miteinander besprechen, und nichts wird unsere Freude trüben. Alle Christen hier lassen euch herzlich grüßen.

Zwischen Hauptkommissar Leo Kress – genannt „Der Alte“ und unserem alten Johannes gibt es durchaus mehr als nur eine Ähnlichkeit.

Beide haben nicht nur denselben – zugegeben auf den ersten Blick etwas seltsam wirkenden Titel - „Der Alte“, beide sind auch an der Wahrheit interessiert, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven und Beweggründen heraus. Leo Kress will immer den Mörder entlarven, und Johannes will die wahre Lehre vor der Irrlehre der Verführer herausstellen. Sowohl der Alte aus der ZDF-Serie wie auch unser alter Johannes erscheinen äußerst väterlich und dazu noch geradezu liebenswert.

Im Gegensatz zu seinem 1. Brief haben wir es hier mit einem wirklichen Brief zu tun. Neben Absender und Empfänger werden Segenswünsche mitgeteilt und zum Schluss Grüße weitergegeben, wie das damals bei den antiken Briefen so üblich war.

Der 2. Johannesbrief ist mit seinen 13 Versen der kürzeste Brief des Neuen Testamentes. Zusammen mit dem 3. Johannesbrief werden sie auch als die beiden „Zwillingsbriefe“ des Alten betrachtet und auf Grund der Kürze und des Schreibstils eher als „Privatbriefchen“, denn als vollwertig theologisch bedeutsame Gemeindebriefe eingestuft. Wäre der bekannte Johannes, der auch das Evangelium und die Offenbarung geschrieben hat, nicht der Autor dieser beiden Kurzbriefe gewesen, so meinen einige Kommentatoren, hätten diese beiden Besonderheiten der neutestamentlichen Briefkunst niemals den Eingang in unser Neues Testament gefunden.

Unser Brief gliedert sich offensichtlich in vier Teile:

Vers 1 bis 3: Anschrift und Gruß

Vers 4 bis 6: Leben in der Wahrheit

Vers 7 bis 11: Abweisung von Irrlehrern

Vers 12 bis 13: Schlussgrüße

nach der Einteilung der Einheitsübersetzung

1. Anschrift und Gruß

2. Johannes Vers 1 bis 3 (Einheitsübersetzung): Der Älteste an die von Gott auserwählte Herrin und an ihre Kinder, die ich in Wahrheit liebe; aber nicht nur ich, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt haben, lieben sie aufgrund der Wahrheit, die in uns bleibt. Und sie wird mit uns sein in Ewigkeit.

Gnade wird mit uns sein, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe.

Auch wenn hier ein ungenannter Ältester als Absender erscheint, handelt es sich dabei offensichtlich um Johannes. Hier wird kein Amtstitel verwandt, sonst wäre der Name vorangestellt gewesen, hier schreibt der allseits bekannte „Alte“, wie man diesen Ausdruck auch übersetzen kann. Typisch Johannes. Auch in seinem Evangelium stellt er sich nicht vor, sondern spricht dort immer von dem Jünger, den Jesus lieb hatte (siehe z.B.: Johannes 13, Vers 23 nach Luther: einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte).

Genauso wie Hauptkommissar Kress „Der Alte“ genannt wird, so ist der Apostel Johannes bei der Gemeinde als „Der Alte“ bekannt und geachtet.

Interessant ist der Ausdruck „Herrin“, den Johannes hier für eine uns unbekannte Gemeinde im Raum der heutigen Türkei wählt. Hier wird nicht das allzu Menschliche einer Gemeinde herausgestellt, unter dem wir ja auch so manches Mal leiden, sondern die göttliche Berufung und Wertschätzung betont. Diese Gemeinde war mit dem Ehrentitel „Herrin“ weitbekannt. Nicht aus sich heraus glänzte sie vor anderen, stolz und überheblich, sondern weil sie von Gott auserwählt war, war sie etwas Besonderes und wurde als Herrin geschätzt, die missionarisch aktiv war und deshalb mittlerweile auch einige geistliche Kinder hatte, die Johannes hier ebenfalls anspricht.

Die Sicht des Johannes von Gemeinde kann uns dabei helfen zu begreifen, dass Gemeinde mehr ist, als ein menschliches Werk, wo es allzu oft menschelt und deshalb eben oft erbärmlich zugeht. Johannes betont die göttliche Dimension: Gemeinde ist immer Gemeinschaft der Auserwählten, der von Gott Berufenen, Herausgerufenen und in die Gemeinde Hineingerufenen. Nicht wir haben uns für die Gemeinde entschieden, macht Johannes deutlich, sondern Gott hat sich für uns entschieden und uns hineingestellt in den Leib Christi, uns aufgenommen in die Mutter Kirche, auch wenn diese Formulierung uns fremd vorkommen mag und von Johannes aber hier so gewichtet wird.

Mütterlich, herrschaftlich und göttlich erwählt, so bezeichnet er hier die Gemeinde, unter der wir – bei Licht besehen – so oft stöhnen. Nicht das Menschliche, sondern das Göttliche wird von Johannes betont. Damit stellt er etwas auf den Kopf bzw. wieder auf die Füße, was wir im vielleicht alltäglichen Gemeindegeschäft manches Mal vorschnell übersehen, dass es eben nicht auf uns und unsere Leistungen, sondern auf Gott und seine Erwählung ankommt.

Gott hat Ja zu uns gesagt, und deshalb und nur deshalb gibt es uns so, wie es uns gibt. Wir sind so, wie wir sind, Gottes Idee, einzig, aber nicht immer artig, aber dennoch Gottes Gedanke. Wenn wir nur über uns stöhnen und jammern, dann lästern wir Ihn!

Darum kann es in einer christlichen Gemeinde auch nicht demokratisch zugehen, wo wir als Einzelne, bzw. als Gesamtheit der Souverän wären, sondern nur theokratisch, wo der lebendige und in Christus Fleisch gewordene Gott allein der Souverän ist, der durch seinen Heiligen Geist uns führt und bestimmt.

Vor den Segenswünschen landet Johannes wieder bei seinen Lieblingsthemen: Liebe – Wahrheit und vor allem bleiben in IHM, dann wird es auch etwas mit der Liebe untereinander und dem Leben in der Wahrheit Gottes. Wahrheit bedeutet für Johannes Wirklichkeit. Die Wirklichkeit des fleischgewordenen Gottes, der Liebe Gottes, die sich hingab bis zum Kreuzestod und den Tod besiegte.

Diese Wahrheit bleibt nicht untätig an uns. Sie wirkt an uns. Sie gestaltet unser ganzes Denken, Reden und Handeln. Zumindest ist dies beim „Alten“ so der Fall. Da liegen die Fakten klar und deutlich auf dem Tisch.

Nicht wie wir die Wahrheit sehen, sondern wie sie wirklich ist, darum geht es Johannes. Darum geht es Leo Kress, wenn er wieder einen Mord aufzuklären hat. Nicht wie wir uns die Wahrheit schönreden oder sie uns eingeredet wird, sondern wie sich die Wirklichkeit darstellt, darum geht es dem Alten, dem Kommissar und dem Apostel.

2. Leben in der Wahrheit

2. Johannes Vers 4 bis 6 (Einheitsübersetzung): Ich habe mich sehr gefreut, unter deinen Kindern solche zu finden, die in der Wahrheit leben, gemäß dem Gebot, das wir vom Vater empfangen haben. Und so bitte ich dich, Herrin, nicht als wollte ich dir ein neues Gebot schreiben, sondern nur das, das wir von Anfang an hatten: daß wir einander lieben sollen. Denn die Liebe besteht darin, daß wir nach seinen Geboten leben. Das Gebot, das ihr von Anfang an gehört habt, lautet: Ihr sollt in der Liebe leben.

Auch die Liebe zeigt sich für den Alten an den Fakten. Liebe ist für ihn keine Gefühlsduselei, kein Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, sondern ein konkretes Leben nach den guten Ordnungen Gottes. Nicht Herz, Schmerz und dies und das, sondern die Frage ob alle Kinder dieser berühmten Herrin nach den Geboten Gottes leben.

Christen sind für Johannes an der Liebe erkennbar, und diese Liebe ist am Leben nach den Geboten ablesbar. Wie ein Kommissar legt Johannes die Fakten auf den Tisch und zählt eins und eins zusammen. Dies ist für ihn kein Indizienfall, sondern hier sprechen die Fakten für sich, und die Beweise stehen außer Frage.

3. Abweisung von Irrlehrern

2. Johannes Vers 7 bis 11 (Einheitsübersetzung): Viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen; sie bekennen nicht, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist. Achtet auf euch, damit ihr nicht preisgebt, was wir erarbeitet haben, sondern damit ihr den vollen Lohn empfangt. Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß. Denn wer ihm den Gruß bietet, macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten.

Nun kommt Johannes zum Eigentlichen, nicht wie ein Kommissar, der wie Leo Kress wieder einen Mord aufklären muss, sondern eher prophylaktisch, vorbeugend, damit nichts schlimmeres passiert!

Die Frühesoteriker lassen nichts unversucht, um die Gemeinde Jesu mit ihren Lehren zu unterwandern und auszuhöhlen. Sie leugnen die Grundlagen des christlichen Glaubens, dass Jesus Christus der menschgewordene – fleischgewordene – Gott ist. Für sie ist Christus nichts weiter als eine Lichtgestalt, engelartig, glänzend und wie ein innerer Führer, aber kein für sie ans Kreuz gegangener Gott. So menschlich wollen sie nicht von Gott reden. So schuldig fühlen sie sich nicht, dass sie einen Erlöser nötig haben.

Genau genommen spricht Johannes hier im 7. Vers nicht über die Menschwerdung Gottes, die Jungfrauengeburt und das erste Kommen Christi. Er wählt die Zeitform des Präsens: „den im Fleisch Kommenden“ und weist damit auf die Wiederkunft Christi hin, die für die Gnostiker bedeutungslos war, bzw. völlig vergeistigt verstanden wurde.

Der im Fleisch Gekommene ist für den Alten auch der im Fleisch Kommende. Anders ist Christus nicht zu haben. So wie die Jünger nach Tod und Auferstehung die Wundmale Christi sahen und Thomas sogar seine Hand in die durchbohrte Seite Jesu hätte legen können (Johannes 20, Vers 25 bis 27), so bleibt er auch als der wiederkommende Herr erkennbar.

Für Johannes geht es bei all dem nicht um theologische Feinheiten, sondern um die zentralen Aussagen des Evangeliums. Es geht um alles oder nichts, um Leben oder Tod. Wer in Jesus Christus nicht den fleisch- und menschgewordenen Gott erkennt und in seinem Leiden und Sterben am Kreuz von Golgatha nicht sein Heil und seine Erlösung findet, geht ewig an Gott vorbei.

Und wer nicht diesen menschgewordenen, leidenden, sterbenden und auferstandenen Jesus von Nazareth als den Sohn Gottes verkündigt, sondern in Jesus nur ein menschliches Vorbild oder in Christus nur einen geistigen Führer sieht, verfälscht für Johannes die Wahrheit, und deshalb kann die Wirklichkeit Gottes auch nicht in diesen Menschen sein.

Wahrheit hat für Johannes immer etwas mit Wirklichkeit zu tun. Dabei geht es nicht um unsere jeweils unterschiedliche subjektive Sicht der Wirklichkeit, sondern es geht dem Alten um die Fakten, um objektive Tatsachen, um die Wahrheit, wie sie sich in Wirklichkeit ereignet hat. Hier schreibt der Augen- und Ohrenzeuge. Johannes muss den Fall nicht wie Leo Kress von hinten aufrollen, um der Wirklichkeit auf die Spur zu kommen. Johannes ist Teil des Falles Jesus von Nazareth. Er war von Anfang an dabei. Er hat den Schweiß Jesu gerochen. Er hat in seine angstverzerrten Augen gesehen, als dieser im Garten Getsemani Blut schwitzte, bevor er sich aus freien Stücken für uns auf den Kreuzweg begab. Johannes war mit ihm auf dem Berg und hörte, wie Petrus dort Hütten bauen wollte. Er stand mit Maria unter dem Kreuz. Er war in der leeren Grabhöhle und sah und hörte ihn als Auferstandenen, wie dieser sein Schalohm – sein „Friede sei mit Euch“ den Jüngern in seiner Angst entgegenschleuderte.

Johannes kennt die ganze Wahrheit, wie sie sich in Wirklichkeit ereignet hat. Er war vom Anfang bis zum Ende dabei.

Wie ein Kriminalist legt Johannes die Fakten auf den Tisch. Er schleudert den Frühesoteriken mit ihren scheinbar hohen geistigen Erkenntnissen die Wahrheit der Wirklichkeit des historischen Jesus von Nazareth und des in Christus menschgewordenen Gottes um die Ohren.

Nicht unsere subjektive Wahrnehmung entscheidet darüber, ob sich die Sache mit Jesus wirklich so ereignet hat. Es ist genau umgekehrt. An dieser Wirklichkeit – an Jesus von Nazareth - entscheidet sich unsere Ewigkeit.

Deshalb warnt er seine Leser so eindrücklich davor, diesen neuen Heilsbringern auf den Leim zu gehen. Er nennt sie Verführer, weil sie ein anderes Evangelium predigen ohne Blut und Kreuz und einen anderen Christus ohne Weihnachten und Karfreitag und eine andere Erlösung ohne Sündenbekenntnis und Vergebung. Sie sprechen von höheren und größeren Erkenntnissen. Doch Johannes macht deutlich: Wer ihnen Glauben geschenkt, gewinnt nicht, sondern verliert. Denn an Christus vorbei - ohne Kreuz und Auferstehung - ist Gott nicht zu haben und gibt es auch keine Ewigkeit.

Weil diese Irrlehrer aus dem Raum der christlichen Gemeinden kamen (1. Johannes 2, Vers 19) und dort neue Anhänger suchen, sollen seine Leser ihnen noch nicht einmal die Tür öffnen. Ja selbst der normale Gruß soll unterbleiben, damit diese Verführer nicht weiter an Boden und Einfluss im Raum der christlichen Gemeinden gewinnen können. Fürsorglich setzt der Alte deutliche und klare Grenzen, damit sich keiner mit den falschen Lehren wie mit einem Virus infizieren kann.

Daneben eröffnet er aber zugleich für uns unausgesprochen weite Horizonte. Denn dort, wo die Basis das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus als dem im Fleisch gekommenen und für uns ans Kreuz gegangenen Erlösers vorliegt, dürfen wir keine Grenzen ziehen.

Damals gab es in jedem Ort und jeder Stadt nur eine christliche Gemeinde. Heute hat sich diese Situation völlig verändert. Deshalb ist es richtig und notwendig, wenn sich Christen im Christenbund der Evangelischen Allianz engagieren und Gemeinden und Kirchen, sich in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen zusammenschließen, die sich als Gemeinschaft von Kirchen und Gemeinschaften versteht, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und gemeinsam erfüllen wollen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

aus der Satzung der ACK Krefeld vom 26. Mai 1999

So eng Johannes einerseits die Grenze hier zwischen Wahrheit und Irrlehre zieht, eröffnet er andererseits damit zugleich den Weg zu allen, die diese Wirklichkeit gemeinsam als Wahrheit erkannt haben, wie er bereits am Anfang geschrieben hat, Vers 2 (Hoffnung für alle): Diese Wahrheit verbindet uns und wird uns immer und ewig miteinander verbinden.

Oder wie jemand einmal sagte: „Die Hauptsache muss die Hauptsache bleiben!“ Aber wenn dieses Zentrum und die Basis klar ist, können wir eben auch die vielen unterschiedlichen Standpunkte ertragen und aushalten, sowohl in der eigenen Gemeinde, wie auch im Zusammenspiel der Kirchen miteinander.

4. Schlussgrüße

2. Johannes Vers 12 bis 13 (Einheitsübersetzung): Vieles hätte ich euch noch zu schreiben; ich will es aber nicht mit Papier und Tinte tun, sondern hoffe, selbst zu euch zu kommen und persönlich mit euch zu sprechen, damit unsere Freude vollkommen wird. Es grüßen dich die Kinder deiner auserwählten Schwester.

Johannes endet seinen Brief ganz formal mit den Grüßen. Auch bei der uns unbekannten Schwester – vielleicht die Gemeinde in Ephesus – wird einerseits wieder mütterlich und andererseits auch wieder göttlich von der Gemeinde, als der von Gott Erwählten gesprochen. Auch diese Gemeinde zeichnet sich durch ihr missionarisches Leben aus. Die grüßenden - geistlichen - Kinder sind dafür der Beweis. Wie sagte Jesus einmal in einem anderen Zusammenhang (Matthäus 12, Vers 34): „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über!“ Wer Jesus Christus als die Wahrheit erkannt hat, wird davon nicht schweigen können.



Krefeld, den 23. Oktober 2005
Pastor Siegfried Ochs



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