Falsche Lehre abwehren

Vorgestern haben wir uns in unserem Freitagsgottesdienst an die Zukunftsängste der Menschen unserer Zeit gewagt.

Nach einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Langzeitstudie blickt inzwischen jeder zweite Deutsche mit großer Angst in die Zukunft. Die meisten Bürger (72%) fürchten sich vor steigenden Preisen und vor einer schlechteren Wirtschaftslage (70%). An dritter Stelle steht die Sorge um den Arbeitsplatz (68%).

Grund genug für uns, die Ängste unserer Zeitgenossen ernst zu nehmen und sie in ihren Ängsten nicht allein zu lassen, sondern ihnen das Dennoch des Glaubens groß zu machen. Dabei müssen wir ehrlicherweise zugeben, dass wir ja selber diese Ängste kennen und diese beängstigende Frage „Was kommt?“

Die Prognosen sehen alles andere als hoffnungsvoll aus: Wer auch immer die Wahl am nächsten Sonntag gewinnt, wir müssen uns alle darauf einstellen, den Gürtel enger zu schnallen.

Genau genommen müsste die Frage nicht lauten: „Was kommt?“, sondern „Wer kommt?“ Oder ist das vielleicht sogar schon die Antwort!? Denn davon sind Christen doch überzeugt – so sagen wir es im Glaubensbekenntnis: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Wir wissen doch, dass ER kommt, dass Jesus wiederkommt und mit ihm eine neue Welt und ein neuer Himmel, wo es kein Leid und keine Krankheit, keinen Tod und keine Schuld und auch keine Angst mehr gibt.

Und wir können dabei seinem Wort entnehmen – Stellen wie Matthäus 24, unserem heutigen Lesungstext – dass die Zeit bis zu seiner Wiederkunft alles andere als rosig sein wird. Die Zeiten werden ernster. Seit dem 11. September vor vier Jahren ist „Schluss mit lustig“ wie Peter Hahne in dem gleichnamigen und vielbeachteten Buch deutlich macht. Die Katastrophennachrichten nehmen zu. Die wirtschaftlichen Prognosen sind erschreckend. Die Klimaveränderungen sind unübersehbar und die Angst geht um. Dahinein haben wir als Christen eine gute Nachricht weiterzugeben, die beste Botschaft der Welt: Gott hat uns Jesus geschenkt, damit wir nicht nur dieses Leben überleben, sondern ewig leben. Er ist der Anker, der uns hält. Er ist das Licht im Dunkel dieser Welt. Nicht die äußeren Lebensumstände, Geld und Arbeit, Familie und Gesundheit machen den Wert menschlichen Lebens aus, sondern durch Jesus erhallten wir unseren Wert.

Deshalb werden mir Martin Luther bis zur Wiederkunft Jesu auch unser Apfelbäumchen pflanzen, uns für diese von Gott unendlich geliebte Welt einsetzen und sie nicht dem Teufel überlassen.

Wir haben noch eine ganze Woche Zeit, um uns zu entscheiden, wer für die nächsten vier Jahre den politischen Kurs in unserem Land bestimmen soll. Dabei wird jeder einzelne von uns die Politik der nächsten Jahre mitbestimmen. Auch wer nicht wählen geht, wird damit seine Stimme abgeben und Parteien stärken, die alles andere als wünschenswert zu nennen sind.

1. Johannes 2, Vers 18 bis 28 (Gute Nachricht): Meine Kinder, die letzte Stunde ist da! Ihr habt gehört, daß der Antichrist kommen wird, und er ist schon da: Viele 'Antichristen' sind aufgetreten, und daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. Sie waren früher mit uns zusammen; aber sie gehörten nicht wirklich zu uns, sonst wären sie bei uns geblieben. Sie haben sich von uns getrennt, damit sie allesamt bloßgestellt würden als solche, die nie zu uns gehört haben.

Ihr aber habt von Christus den Heiligen Geist empfangen, und ihr alle habt die wahre Erkenntnis. Ich schreibe euch also nicht, weil ich meine, daß ihr die Wahrheit noch nicht kennt! Ihr kennt sie sehr wohl und wißt deshalb auch, daß aus der Wahrheit keinerlei Lüge kommen kann.

Wer ist der Lügner? Der, der verneint, daß Jesus der versprochene Retter ist. Das ist der Antichrist; er verneint mit dem Sohn auch den Vater. Wer den Sohn leugnet, hat auch keine Verbindung mit dem Vater. Wer sich aber zum Sohn bekennt, ist auch mit dem Vater verbunden.

Bewahrt also in eurem Herzen die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt. Wenn das, was ihr von Anfang an gehört habt, in eurem Herzen bleibt, dann werdet auch ihr stets mit dem Sohn und dem Vater verbunden bleiben. Und das ist es auch, was Christus uns versprochen hat: ewiges Leben. Soviel über die Leute, die euch irreführen wollen.

Ihr aber habt von Christus den Heiligen Geist empfangen. Solange dieser Geist in euch bleibt, habt ihr keinen anderen Lehrer nötig. Denn er belehrt euch über alles. Was er sagt, ist wahr und keine Lüge. Tut darum, was der Geist euch lehrt: Bleibt mit Christus vereint! Bleibt also mit ihm vereint, meine Kinder! Dann werden wir voll Zuversicht sein, wenn er erscheint, und müssen nicht als Schuldige vor ihm stehen, wenn er kommt.

Auch Johannes spricht von dem, was kommt, besser gesagt von Jesus, der wiederkommt. Und auch Johannes macht deutlich, dass die Zeit bis zu seiner Wiederkunft kein Zuckerschlecken sein wird.

Er nennt diese Zeit „die letzte Stunde“. In der Bibel finden wir ganz unterschiedliche Bezeichnungen für diese Zeit zwischen Pfingsten und der Wiederkunft Jesu. In der Offenbarung wird symbolhaft von den 3 ½ Jahren, den 42 Monaten oder den 1.260 Tagen gesprochen. Jesus (Matthäus 24, 8; Markus 13, 8) und Paulus (1. Thessalonischer 4, 3) vergleichen diese Zeit mit den Geburtswehen einer schwangeren Frau. Auch dieser Begriff findet sich in der Offenbarung wieder als der dreimalige Weheruf eines Adlers (Offenbarung 8, Vers 13).

Der evangelische Theologe Karl Heim (1874 – 1958) prägte folgendes hilfreiche Bild:

- Welterlösung: Karfreitag und Ostern

- Ungelöster Zwischenzustand: Seit Himmelfahrt und Pfingsten

- Weltvollendung: Wiederkunft und Neuschöpfung

Ein wichtiges Kennzeichen dieser letzten Stunde, der Zeit zwischen Pfingsten und der Wiederkunft Jesu in diesem „ungelösten Zwischenzustand“, ist das Auftreten der Antichristen.

Jesus selbst hat in seinen Endzeitreden immer wieder darauf hingewiesen (Matthäus 24, Vers 5). Das Wort „Antichrist” kommt nur fünfmal im NT vor (1. Johannes 2,18; 2,22; 4,3 und 2. Johannes 7). Es bedeutet „Widerchristus“, „Antichristus”, „Gegenchristus”. Die Präposition „anti” bedeutet „an Stelle von”, „gegen” und wird noch dreimal in Bezug auf den Antichrist gebraucht und dort jeweils am besten mit „Widersacher” übersetzt:

2. Thessalonicher 2, Vers 4 (Einheitsübersetzung): der WIDERSACHER, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt.

1. Timotheus 5, 14 (Schlachter): So will ich nun, daß jüngere Witwen heiraten, Kinder gebären, dem Haushalt vorstehen, dem WIDERSACHER keinen Anlass zur Lästerung geben.

1. Petrus 5, 8 (Einheitsübersetzung): Seid nüchtern und wachsam! Euer WIDERSACHER, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.

Fast deckungsgleich mit dem Begriff „Antichrist” ist das Wort „Pseudochristus”. Die Präposition „pseudo” bedeutet „hingegen” und gibt den Wörtern eine ethische Bestimmung im Sinne von „fälschlich” oder „vortäuschend”. Das Wort „Pseudochristus” wird zweimal im Neuen Testament gebraucht:

Matthäus 24, 24 und Markus 13, 22 (Einheitsübersetzung): Denn es wird mancher FALSCHE MESSIAS und mancher falsche Prophet auftreten, und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.

Neben diesen beiden klaren Begriffen „Antichristus” und „Pseudochristus” enthält die Bibel noch eine Reihe anderer Namen und Bezeichnungen, z.B. „Das 1. Tier” (Offenbarung 13, Vers 1 bis 18) oder „Mensch der Gesetzwidrigkeit” (2. Thessalonicher 2, Vers 3 bis 4).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Aussagen über den Antichristen negativ am Bild des Christus orientiert sind. Martin Luther sagte einmal: „Der Teufel ist der Affe Gottes!“

Die Irrlehre des Antichristen rüttelt dabei an den Grundfesten unseres Glaubens:

- ...der leugnet, dass Jesus der Christus ist... (1. Johannes 2, 22) siehe 1. Korinther 12, Vers 3 (Einheitsübersetzung): Darum erkläre ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.

- ... wer leugnet, dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht... (1. Johannes 2, 23)

- ... sie bekennen nicht, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist... (2. Johannes 7)

Es geht bei dem, was die damaligen Gnostiker und von Johannes als Antichristen identifizierte Irrlehrer vertreten, nicht um theologische Meinungen und Ansichten, die man so oder auch anders sehen und über die man Seitenweise Abhandlungen mit für und wider schreiben kann, sondern um die Grundlagen des christlichen Glaubens.

Sie leugnen, dass Jesus der Christus ist, der Messias Israels, der Sohn des lebendigen Gottes.

Vielleicht würden sie Jesus noch eine Rolle neben all den anderen Heilsbringern und Erlösern einräumen, aber keinesfalls dem Absolutheitsanspruch Jesu Christi zustimmen. Wer Jesus als den Sohn Gottes ablehnt, kennt laut Johannes auch Gott, den Vater nicht. Denn ohne Jesus ist Gott nicht zu erkennen. In Jesus hat Gott sich festgelegt und sich uns bekannt gemacht und vorgestellt. An Jesus vorbei lässt sich nicht wirklich etwas über Gott sagen. Deshalb ist Jesus über seinen Jünger Philippus auch so erschüttert, Johannes 14, Vers 9 (Einheitsübersetzung): Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?

Bei unserem Glaubensbekenntnis geht es also um erheblich mehr als nur um ein Lippenbekenntnis. Dem Bekenntnis der Christen wird die Leugnung der Antichristen gegenübergestellt.

Was die einen glauben, ist für die anderen naiv und kindisch. Sie halten sich für die wahren Lehrer der Erkenntnis und gehen dabei doch am Eigentlichen, am lebendigen Gott und am ewigen Leben vorbei. Gottessohnschaft Jesu, Menschwerdung Gottes und Jungfrauengeburt Jesu gehören für Johannes zu den Grundpfeilern des christlichen Glaubens, die unaufgebbar sind.

Laut Johannes (1.Johannes 2, 18) gehen dem Antichristen der „Letztzeit” viele Antichristen voraus, die vom Geist des Antichristen geprägt sind. So dass vom Antichristen gesagt werden kann, dass er jetzt schon dem Geiste nach in der Welt ist (1. Johannes 4, 3). Wichtig ist dabei der Hinweis von Johannes, dass die Wirksamkeit der Antichristen Zeichen der „letzten Stunde ist”. Nach Johannes hat die Endzeit, bzw. die „letzte Stunde” schon begonnen. Seinen ersten Brief schrieb er um 95 n.Chr. Mit diesem Hinweis will er seine Leser und uns nicht erschrecken, sondern aufklären. Er will die Gemeinde warnen in falscher Weise in die Zukunft und auf einen Antichristen zu schauen und darüber die Gegenwart zu verkennen.

© Werner de Boor, Die Briefe des Johannes, Seite 65

Für Johannes sind die so genannten vier apokalyptischen Reiter aus der Offenbarung 6 seit Pfingsten bereits in dieser Welt unterwegs, um ihr Werk zu vollenden, bis Jesus sie bei seiner Wiederkunft in die Schranken weisen wird:

- Der Reiter des weißen Pferdes: der Antichrist

- Der Reiter des feuerroten Pferdes: der Krieg

- Der Reiter des schwarzen Pferdes: Hunger und Inflation

- und der Reiter des fahlen Pferdes: der Tod.

Erschreckend ist die Tatsache, dass diese Antichristen von denen Johannes spricht, aus der christlichen Gemeinde hervorgegangen sind.

Ähnliches gilt für Aleister Crowley, einem der führenden und einflussreichsten Köpfe der Okkult- und Satanistenszene der Neuzeit. Er wurde am 12. Oktober 1875 in England geboren. Seine Mutter war streng gläubig und gehörte zu den Plymouth Brethren. Mit 21 Jahren hatte er in Stockholm die Vision, dass er der Antichrist sei. Seitdem nannte er sich „Das große Tier 666“. 1920 gründete er bei Cefalú (Sizilien) die okkulte Abtei „Thelema“. Durch persönliche Kontakte beeinflusste er die Gründung der Geheimloge „Fraternitas Saturni“ 1925 in Berlin. Vor allem sein „Gesetz von Thelema“ beeinflusste die RAF in den 70er Jahren und die Volkstempel-Sekte von Jim Jones.

Auf dem Coverbild der LP von den Beatles „Sergeant Pepper“ ist er mit abgebildet. Er starb 1947 rauschgiftsüchtig, geistig umnebelt und völlig vereinsamt in England.

Die Antichristen werden von Johannes Lügner (1. Johannes 2, 22) und Verführer (2. Johannes 7) genannt.

Wahrscheinlich haben sie sogar früher selbst auf den Kanzeln der Gemeinden in Kleinasien gestanden, haben gepredigt und gelehrt und genau darauf berufen sie sich jetzt: Ihr kennt uns doch! Wir haben doch miteinander gebetet und gesungen, aber jetzt haben wir mehr und Größeres erkannt, den Durchblick über Gott gewonnen und diesen naiven kindischen, einengenden Jesusglauben überwunden. Dahinein sagt Johannes, 1. Johannes 2, Vers 19 (Einheitsübersetzung): Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, daß sie alle nicht zu uns gehörten.

Äußerlich gehörten sie vorher zur Gemeinde, aber innerlich waren sie nie dabei. Man kann also äußerlich ein völlig korrekt erscheinender Christ sein, ohne jemals Jesus wirklich sein Leben ausgehändigt zu haben. Auch die Mitgliedschaft in einer Freien evangelischen Gemeinde ist keine Garantie für einen lebendigen Christusglauben. Der steht und fällt einzig und allein mit meiner Liebesbeziehung zu Jesus, dem menschgeworden Gott, der für mich ans Kreuz gegangen ist, damit ich nicht an meiner Schuld ersticken muss. Das meint Johannes mit dem fünfmaligen „Bleiben in IHM“ (2x Vers 24, 2x Vers 27 und 1x Vers 28).

Dem Versuch der Irrlehrer, die Christen zu verwirren und in die Irre zu führen, stellt Johannes die Gabe des Heiligen Geistes gegenüber, der uns Christen gegeben ist und uns in alle Wahrheit führt.

Dabei wählt er einen für unsere Ohren etwas seltsamen Begriff, der vor allem bei Charismatikern beliebt ist, aber laut Johannes nichts weiter als gut biblisch ist: 1. Johannes 2, Vers 20 und 27 (Einheitsübersetzung): Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wißt es. Für euch aber gilt: Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand belehren zu lassen. Alles, was seine Salbung euch lehrt, ist wahr und keine Lüge. Bleibt in ihm, wie es euch seine Salbung gelehrt hat.

Dreimal verwendet Johannes für die Gabe des Heiligen Geistes hier den Begriff „Salbung“. Damit stellt er seine Leser unmittelbar in die Nachfolgerschaft Jesu Christi, dem Gesalbten. Im Griechischen ist die Bezeichnung „Christus“ deckungsgleich mit dem Gesalbten, und so gehören die Christen als die Geistbegabten, als die mit dem Heiligen Geist Gesalbten untrennbar zu Christus, dem Gesalbten.

Jesus beginnt seine öffentliche Laufbahn, indem er in der Synagoge von Nazaret, Jesaja 61 liest, Lukas 4, Vers 18 bis 19 (Einheitsübersetzung): Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. und auf sich selbst bezieht, indem er sagt, Lukas 4, Vers 22 (Einheitsübersetzung): Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Als Nachfolger des Gesalbten, als Nachfolger Jesu, sind auch wir Christen gesalbt und wie Jesus gesandt, 2. Korinther 1, Vers 21 bis 22 (Luther): Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

So stellt Johannes der diffusen synkretistischen Weltanschauung der Frühesoteriker den trinitarischen Glauben an den einen Gott, der als Schöpfer, Jesus und Heiliger Geist von den Christen erlebt wird, gegenüber.

Dabei kommt es für Johannes nicht auf einen intellektuellen Schlagabtausch an, welches Gedankensystem besser und logischer erscheint. Für Johannes geht es nicht um einen Kopf- sondern um einen Herzglauben, nicht um ein Lippenbekenntnis, sondern darum, dass wir Gott auf dreifache Art und Weise erleben:

- als Schöpfer

- als Jesus

- als Heiligen Geist

Ohne die Salbung – ohne den Heiligen Geist – könnten wir Jesus nicht als unseren Retter erkennen. Und ohne Jesus könnten wir den Schöpfer der Welt nicht als unseren Vater begreifen.

Es geht tatsächlich darum, dass wir buchstäblich Gott auf dreifache Art und Weise erleben und dabei lässt sich der Heilige Geist nicht gegen Jesus und Jesus nicht gegen den Schöpfer ausspielen. Gott ist einer, der sich auf dreifache Art und Weise offenbart hat und in unserem Leben zum Zuge kommen will.

Angesichts der Wiederkunft Jesu in diesem ungelösten Zwischenzustand mit den apokalyptischen Reitern im Genick brauchen wir mehr denn je die Nähe zu Jesus, das Bleiben in ihm, wie Johannes hier fünfmal betont und das bewusste Wahrnehmen der leisen Stimme des Heiligen Geistes – dem Ernstnehmen unserer Salbung als Nachfolger Jesu.

Johannes redet hier nicht der Angst vor dem Kommenden das Wort, sondern er macht auf das riesige Geschenk des Heiligen Geistes aufmerksam. Christen sind nicht schutz- und orientierungslos einer Welt ausgeliefert, die ihrem Ende entgegengeht, sondern sie sind „geistbegabt“!

Aber nur wer sein Handy einschaltet, ist auch erreichbar. Ähnliches gilt für den Heiligen Geist. Wir brauchen die Bereitschaft als Jünger Jesu auf seine Stimme zu hören und dann auch das zu tun, was er uns sagt. Amen.



Krefeld, den 11. September 2005
Pastor Siegfried Ochs



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